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Wiesen-Margerite Leucanthemum vulgare

Die Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare), auch als gewöhnliche Margerite oder Magerwiesen-Margerite bekannt, ist eine weit verbreitete und beliebte Wildblume. Hier sind die wichtigsten Merkmale und Informationen zur Wiesen-Margerite:


Aussehen

  • Wuchsform: Die Wiesen-Margerite ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die eine Höhe von 30-90 cm erreichen kann.
  • Blätter: Die Grundblätter sind spatelförmig bis länglich, ganzrandig oder leicht gezähnt und bilden eine Rosette. Die Stängelblätter sind lanzettlich bis schmal und wechselständig angeordnet.
  • Blüten: Die Blütenstände bestehen aus einem einzelnen, großen, strahlenförmigen Blütenkorb mit einem Durchmesser von 3-5 cm. Der Blütenkorb hat weiße Zungenblüten (Strahlenblüten) am Rand und gelbe Röhrenblüten (Scheibenblüten) in der Mitte. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis September.
  • Stängel: Der Stängel ist aufrecht, unverzweigt oder wenig verzweigt, kantig und meist kahl bis leicht behaart.


Vorkommen

  • Lebensraum: Leucanthemum vulgare wächst bevorzugt auf Wiesen, Weiden, an Wegrändern und in lichten Wäldern. Sie bevorzugt mäßig nährstoffreiche, trockene bis feuchte Böden und kann in vollsonnigen bis halbschattigen Lagen gedeihen.
  • Verbreitung: Die Pflanze ist in Europa weit verbreitet und kommt auch in Teilen Asiens und Nordamerikas vor. Sie ist ein typischer Bestandteil von Magerwiesen und extensiv genutzten Grünlandflächen.

Verwendung

  • Gartenbau: Die Wiesen-Margerite wird häufig in Naturgärten und Blumenwiesen verwendet. Sie ist robust, pflegeleicht und zieht viele Insekten wie Bienen und Schmetterlinge an.
  • Medizinische Nutzung: Traditionell wurde die Wiesen-Margerite in der Volksmedizin zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, Verdauungsproblemen und Hauterkrankungen verwendet.

Bedeutung

  • Ökologische Rolle: Leucanthemum vulgare ist eine wichtige Nektar- und Pollenquelle für Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Sie trägt zur Biodiversität und zum ökologischen Gleichgewicht in Wiesen und anderen offenen Lebensräumen bei.

Erkennung

Die Wiesen-Margerite lässt sich gut an ihren großen, weißen Blüten mit gelber Mitte und den länglichen, wechselständigen Blättern erkennen. Diese Merkmale machen sie relativ unverwechselbar.


Die Wiesen-Margerite in der Volksheilkunde

In der Volksmedizin wird die Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) für verschiedene gesundheitliche Zwecke verwendet. Hier sind einige der traditionellen Anwendungen:

  1. Entzündungshemmung und Wundheilung:

    • Tee: Aus den Blüten der Wiesen-Margerite wird häufig ein Tee zubereitet, der entzündungshemmende Eigenschaften haben soll. Dieser Tee wird äußerlich zur Behandlung von Wunden, Hautausschlägen und Ekzemen verwendet.
    • Umschläge: Frische Blüten und Blätter können zerquetscht und als Umschlag auf Wunden oder gereizte Haut gelegt werden, um die Heilung zu fördern und Entzündungen zu lindern.
  2. Verdauungsförderung:

    • Tee: Der aus den Blüten zubereitete Tee wird auch bei Verdauungsproblemen wie Blähungen, Magenkrämpfen und Verdauungsschwäche eingesetzt. Er soll beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt wirken und die Verdauung unterstützen.
  3. Atemwegserkrankungen:

    • Inhalation: Die Wiesen-Margerite wird manchmal zur Linderung von Atemwegsbeschwerden verwendet. Eine Inhalation mit einem Aufguss der Pflanze soll bei Husten, Bronchitis und anderen Atemwegserkrankungen helfen.
  4. Beruhigungsmittel:

    • Tee: Ein Tee aus Wiesen-Margerite wird gelegentlich auch als mildes Beruhigungsmittel eingesetzt. Er soll helfen, Nervosität und Schlafstörungen zu lindern.
  5. Augenleiden:

    • Augenbäder: Ein Aufguss aus den Blüten kann als Augenbad verwendet werden, um gereizte oder entzündete Augen zu beruhigen. Diese Anwendung ist jedoch weniger verbreitet und sollte mit Vorsicht durchgeführt werden.

Es ist wichtig zu beachten, dass die volksmedizinische Verwendung von Pflanzen wie der Wiesen-Margerite auf traditionellem Wissen und Erfahrung beruht und wissenschaftlich nicht immer ausreichend belegt ist. Bei ernsthaften gesundheitlichen Problemen oder der Anwendung von Heilpflanzen sollte stets ein Arzt oder Heilpraktiker konsultiert werden.